Protein-Split
Der Protein-Split beantwortet eine einzige Frage: Welcher Anteil des Proteins im Warenkorb stammt aus pflanzlichen, welcher aus tierischen Quellen?
Er ist die Kennzahl, die in der Fachdiskussion üblicherweise für die Protein-Transition verwendet wird — die Verschiebung von tierischem zu pflanzlichem Protein.
Rechenweg
Jede Position wird nicht mit ihrer Masse, sondern mit ihrem tatsächlichen Proteingehalt gewichtet:
Protein[Position] (g) = Menge (kg) × Proteingehalt (g Protein je kg)
Pflanzlicher Anteil (%) = Protein[pflanzlich] / (Protein[pflanzlich] + Protein[tierisch]) × 100
Die Zuordnung pflanzlich/tierisch erfolgt über die Lebensmittelkategorie des Produkts. Die Proteingehalte stammen aus den hinterlegten Nährwertprofilen der Eaternity-Produktdatenbank.
Nicht dasselbe wie der Massensplit
Der Protein-Split ist nicht identisch mit dem Anteil tierischer Produkte an der Einkaufsmasse (dem WWF-Massensplit). Tierische Produkte sind in der Regel proteindichter als pflanzliche — ein Betrieb kann daher massenbezogen bei 70 % pflanzlich liegen und proteinbezogen zugleich deutlich darunter.
Beide Werte sind richtig; sie messen Verschiedenes. Sie dürfen nicht gegeneinander verrechnet oder gegeneinander ausgetauscht werden.
| Indikator | Gewichtung | Beantwortet |
|---|---|---|
| Protein-Split | Proteingehalt (g Protein) | Woher stammt das Protein? |
| WWF-Massensplit | Einkaufsmasse (kg) | Wie viel des Einkaufs ist tierisch? |
| PHD-Ausrichtung | Masse, kalorien-normalisiert | Entspricht die Zusammensetzung einer gesunden, planetenverträglichen Ernährung? |
Protein nach Lebensmittelkategorie
Neben der Kennzahl wird das Protein nach Lebensmittelkategorie aufgeschlüsselt. Diese Aufschlüsselung zeigt, welche Warengruppen die Proteinversorgung tatsächlich tragen — und damit, wo eine Umstellung den grössten Hebel hat.
Eine Kategorie mit grossem Anteil am Gesamtprotein ist ein Ansatzpunkt mit hoher Wirkung: Wird sie umgestellt, verschiebt sich der Split deutlich. Eine Kategorie mit kleinem Anteil bewegt den Wert kaum — unabhängig davon, wie günstig ihr eigenes Pflanzenverhältnis aussieht.
Datengrundlage
- Vollständiger Warenkorb. Der Split normalisiert über das Gesamtprotein. Fehlende Sortimentsteile verschieben den Nenner.
- Non-Food-Abgrenzung. Non-Food-Artikel tragen kein Protein und werden über die Produktklassifikation ausgeschlossen.
- Nährwertabdeckung. Positionen ohne hinterlegtes Proteinprofil können nicht beitragen; die Qualität der Klassifikation wirkt sich daher auf das Ergebnis aus.
Grenzen der Methode
- Beschreibt den Warenkorb, nicht den Teller. Wie alle Warenkorb-Indikatoren bildet der Split ab, was eingekauft bzw. erfasst wurde — nicht, was Gäste tatsächlich gegessen haben.
- Proteinmenge, nicht Proteinqualität. Der Indikator zählt Gramm Protein. Er bewertet weder Aminosäureprofil noch Verdaulichkeit (DIAAS/PDCAAS) oder Bioverfügbarkeit, die sich zwischen pflanzlichen und tierischen Quellen unterscheiden.
- Zuordnung auf Kategorieebene. Die Einstufung pflanzlich/tierisch folgt der Produktkategorie. Gemischte Produkte werden über ihre Zutatenzerlegung aufgelöst.
Verwandte Seiten
- Planetary Health Diet (PHD) — Ausrichtung je Kategorie an der EAT-Lancet-Referenzernährung
- Tägliche Lebensmitteleinheit (DFU) — die funktionelle Einheit für den Wirkungsvergleich