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Standards und Konformitat

EOS implementiert strenge Standards und Datenkontrollmassnahmen, um Genauigkeit und Zuverlässigkeit der Umweltbewertungen zu gewährleisten. Das System entspricht den wichtigsten internationalen Leitlinien und regulatorischen Rahmenwerken.

Emissionsbereiche

Bei der Bewertung von Umweltauswirkungen in der Lebensmittelindustrie werden Treibhausgasemissionen in drei Bereiche (Scopes) eingeteilt:

Scope 1 - Direkte Emissionen

Emissionen, die direkt von der Organisation kontrolliert werden:

  • Kochgerate und Küchenbetrieb
  • Firmeneigene Fahrzeuge für Lebensmitteltransport
  • Vor-Ort-Kraftstoffverbrauch in Lebensmittelverarbeitungsanlagen

Scope 2 - Indirekte Energieemissionen

Emissionen aus eingekaufter Energie:

  • Strom für Lebensmittellagerung und -verarbeitung
  • Dampf, Heizung und Kühlung in Anlagen
  • Energieverbrauch in Grossküchen und Kuhllagern

Scope 3 - Wertschopfungskettenemissionen

Alle anderen indirekten Emissionen in der Wertschöpfungskette:

  • Landwirtschaftliche Produktion und Anbaumethoden
  • Lebensmittelverarbeitung und Verpackung durch Lieferanten
  • Transport und Distribution von Lebensmittelprodukten
  • Verbrauchernutzung und Lebensende
info

In der Lebensmittelindustrie machen Scope-3-Emissionen typischerweise den grössten Anteil am CO2-Fussabdruck einer Organisation aus, hauptsächlich aufgrund der landwirtschaftlichen Produktion und der Lieferkettenaktivitaten.

Übereinstimmung mit internationalen Standards

ISO 14040 / ISO 14044

Die primären internationalen Standards für Ökobilanzierung:

  • ISO 14040: Grundsatze und Rahmenbedingungen für Ökobilanzen
  • ISO 14044: Anforderungen und Leitlinien zur Durchführung von Ökobilanzstudien

EOS-Berechnungen folgen diesen Standards, um sicherzustellen:

  • Konsistente Methodik über alle Bewertungen hinweg
  • Transparente Dokumentation von Annahmen
  • Reproduzierbare Ergebnisse

GHG Protocol

Das Greenhouse Gas Protocol bietet Standards zur Quantifizierung und Berichterstattung von Treibhausgasemissionen:

  • Product Standard: Anforderungen für produktbezogene Treibhausgasinventare
  • Scope 3 Standard: Bilanzierung von Wertschopfungskettenemissionen
  • Land Sector Guidance: Emissionen aus Landwirtschaft und Forstwirtschaft

EOS stimmt mit der GHG-Protocol-Methodik überein für:

  • Auswahl von Emissionsfaktoren
  • Allokationsverfahren
  • Unsicherheitsbewertung

GRI Standard

Die Global Reporting Initiative bietet Leitlinien für Nachhaltigkeitsberichterstattung:

  • Standardisierte Berichtsstruktur für vergleichbare Nachhaltigkeitsberichte
  • Fokus auf wesentliche Themen und Stakeholder-Engagement
  • Flexibilität für verschiedene Organisationsgrossen und Branchen
  • Regelmässige Aktualisierungen zur Berücksichtigung aktueller Nachhaltigkeitstrends

EOS-Daten unterstützen GRI-Berichterstattung durch:

  • Standardisierte Umweltkennzahlen
  • Transparente Berechnungsmethoden
  • Vergleichbare Produktdaten

Rahmenwerke der Europäischen Union

Product Environmental Footprint (PEF)

Der Product Environmental Footprint ist eine von der Europäischen Kommission entwickelte Methodik zur Messung und Kommunikation der Umweltleistung über den gesamten Produktlebenszyklus.

Hauptmerkmale:

  • Multi-Kriterien-Ansatz: Berücksichtigt 16 Umweltwirkungskategorien einschliesslich Klimawandel, Wassernutzung, Landnutzung und Ressourcenverbrauch
  • Lebenszyklusperspektive: Deckt die gesamte Lieferkette von der Rohstoffgewinnung bis zum Lebensende ab
  • Standardisierte Berechnungsregeln: Ermöglicht fairen Vergleich zwischen Produkten derselben Kategorie
  • Politische Abstimmung: Offiziell von der EU für nachhaltige Produktpolitiken und Okolabels unterstützt

Product Environmental Footprint Category Rules (PEFCR)

PEFCRs sind produktspezifische Leitlinien, die die PEF-Methodik ergänzen. Sie definieren, wie allgemeine PEF-Regeln auf bestimmte Produktgruppen angewendet werden - wie Milchprodukte, Fleisch oder Fertiggerichte.

Hauptmerkmale:

  • Sektorspezifische Anleitung: Massgeschneiderte Regeln, die Produktions- und Lieferkettencharakteristiken widerspiegeln
  • Harmonisierte Annahmen: Konsistente Referenzsysteme innerhalb jeder Kategorie
  • Verbesserte Vergleichbarkeit: Wesentlich für Benchmarking und Umweltkennzeichnung

EOS verwendet PEFCRs zur Kalibrierung von Gap-Filling-Modulen und zur Sicherstellung, dass Berechnungen den von der EU empfohlenen Methodiken entsprechen.

Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

Die CSRD verpflichtet Unternehmen zur Berichterstattung über ihre Nachhaltigkeitsleistung. EOS unterstützt die CSRD-Konformitat durch:

  • Bereitstellung von Scope-3-Umweltdaten für lebensmittelbezogene Aktivitäten
  • Generierung standardisierter Nachhaltigkeitskennzahlen und KPIs
  • Führung detaillierter Dokumentation für externe Prüfungen
  • Ermoglichung strukturierter Datenexporte für regulatorische Berichterstattung

Green Claims Directive

EOS hilft Unternehmen bei der Einhaltung der Anforderungen der Green Claims Directive:

  • Datengenauigkeit: Prazise Umweltdaten für fundierte Behauptungen
  • Standardisierung: Methodiken abgestimmt auf Richtlinienanforderungen
  • Transparenz: Detaillierte, uberprufbare Berichtsmoglichkeiten
  • Lebenszyklusbasis: Umfassender Ökobilanzansatz für vollständige Umweltauswirkungen

Carbon Disclosure Project (CDP)

Eaternity arbeitet mit dem Carbon Disclosure Project zusammen, um Umwelttransparenz zu fordern:

  • Datenabstimmung: EOS liefert genaue Daten für CDP-Berichterstattung
  • Berichtsunterstutzung: Detaillierte CO2-Fussabdruckanalysen für CDP-Einreichungen
  • Methodenaustausch: Wissenschaftlich fundierte Methodiken tragen zur Standardisierung bei
  • Kontinuierliche Verbesserung: CDP-Feedback hilft bei der Verfeinerung der Bewertungswerkzeuge

UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung

EOS trägt zu mehreren Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen bei:

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Ziel 3.4 – Förderung gesunder Lebensstile und Reduzierung ernahrungsbedingter Krankheiten

EOS unterstützt gesundheitsfordernde Lebensmittelauswahl durch den VitaScore, der die Ernährungsqualitat basierend auf Risikofaktoren der globalen Krankheitslast quantifiziert.

SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitarversorgung

Ziel 6.4 – Erhöhung der Wassernutzungseffizienz in allen Sektoren

EOS beinhaltet Wasserfussabdruckberechnungen basierend auf regionalen landwirtschaftlichen Praktiken, die die Identifizierung wasserintensiver Produkte und die Optimierung der Lieferkette ermöglichen.

SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion

Ziel 12.6 – Förderung nachhaltiger Praktiken und Berichterstattung

EOS ermöglicht die automatische Generierung von Scope-3-Umweltberichten und produktspezifischen Ökobilanzen zur Unterstützung der Einhaltung von EU-Richtlinien.

Ziel 12.8 – Zugang zu Informationen für nachhaltigen Konsum sicherstellen

In Gastronomiesysteme integrierte Umweltbewertungen und Wirkungsindikatoren ermöglichen informierte Verbraucherentscheidungen.

SDG 13: Massnahmen zum Klimaschutz

Ziel 13.2 – Integration von Klimaerwagungen in die Planung

EOS hilft bei der Verfolgung und Verwaltung von Treibhausgasemissionen über Lebensmittellieferketten hinweg und ermöglicht die Abstimmung mit wissenschaftsbasierten Zielen.

Ziel 13.3 – Aufbau von Kapazitaten für Klimabildung

Offene Architektur und transparente Modelle ermöglichen Klimabildung und Verhaltensänderung.

SDG 15: Leben an Land

Ziel 15.3 – Förderung nachhaltiger Landnutzung

EOS verwendet Landnutzungs- und Transformationsdaten in Kombination mit Handelsinformationen zur Bewertung der Auswirkungen auf Bodengesundheit und Landdegradation.

Ziel 15.5 – Schutz der Biodiversität

Die Bewertung des Biodiversitatsverlustrisikos berücksichtigt Herkunft, Produktionssystem und Landtransformationsmuster.

SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Ziel 17.16 – Starkung von Multi-Stakeholder-Partnerschaften

EOS integriert sich mit externen Datenbanken und Standardformaten (FoodEx2, GADM), um Interoperabilitat und Wissensaustausch zu fordern.

Ziel 17.18 – Verbesserung der Verfügbarkeit zuverlässiger Daten

Gap-Filling-Module und Datenbankintegration stellen sicher, dass Daten auch in datenarmen Kontexten verwertbar und zuverlässig sind.

Qualitätssicherungsmassnahmen

EOS implementiert umfassende Qualitätssicherung:

MassnahmeBeschreibung
Internationale StandardsEinhaltung von ISO, GHG Protocol, PEF-Methodiken
Verifizierte DatenbankenNutzung begutachteter Daten aus ecoinvent, Agribalyse
Regelmässige AktualisierungenKontinuierliche Datenbankaktualisierungen mit neuesten wissenschaftlichen Daten
Interne QualitätskontrolleSystematische Tests und manuelle Verifizierungsprufungen
Externe PrüfungZusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern (ZHAW, ETH, FiBL)
TransparenzOffene Methodenoffenlegung und Dokumentation
ZertifizierungOptionale jährliche externe Zertifizierungen auf Anfrage

Nächste Schritte